So schnell wurde bei Olympia geschwommen

Mit dem Tempolimit bekommen die schnellsten Schwimmer der Welt zwar keine Probleme. Beeindruckend ist ihre Geschwindigkeit dennoch.

| 18. August 2016 | AKTUELL

Damian Wierling | Zwei Sprinter holen alles aus sich heraus.

Zwei Sprinter holen alles aus sich heraus.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Mit deutlich mehr als zwei Metern pro Sekunde bewegten sich die schnellsten Schwimmer der Welt bei den Olympischen Spielen in Rio durchs Wasser. Den Topwert erzielte Florent Manaudou im Halbfinale über 50 Meter Freistil. Der spätere Silbermedaillengewinner erreichte im Durchschnitt 2,35 m pro Sekunde, das entspricht einem Stundenmittel von 8,4 Kilometern.

Nicht weniger beeindruckend ist das Tempo auf der Langstrecke. Über 10 Kilometer schwammen Männer und Frauen fast zwei Stunden lang einen 100-Meter-Schnitt unter 1:10 Minuten. Diese Zeit bei Wind und Wellen und ohne Abstöße und Delfinkicks einmal zu schwimmen, dürfte selbst trainierten Hobbyschwimmern schwer fallen.

Geschwindigkeiten | Männer

StreckeSiegerZeitm/skm/h100-m-Schnitt

50 m

Ervin

21,40

2,34

8,4

42,80

100 m

Chalmers

47,58

2,10

7,6

47,58

200 m

Yang

1:44,65

1,91

6,9

52,33

400 m

Horton

3:41,55

1,81

6,5

55,39

1.500 m

Paltrinieri

14:34,57

1,72

6,2

58,30

10 km

Weertman

1:52:59,8

1,47

5,3

1:07,80

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Geschwindigkeiten | Frauen

StreckeSiegerinZeitm/skm/h100-m-Schnitt

50 m

Blume

24,07

2,08

7,5

48,14

100 m

Manuel/Oleksiak

52,70

1,90

6,8

52,70

200 m

Ledecky

1:53,73

1,76

6,3

56,87

400 m

Ledecky

3:56,46

1,69

6,1

59,12

800 m

Ledecky

8:04,79

1,65

5,9

1:00,60

10 km

van Rouwendaal

1:56:32,1

1,43

5,1

1:09,92

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Rio 2016 - 10 km Freiwasser Männer | Dem Tempo im Freiwasserschwimmer könnten wohl die wenigsten Schwimmer längere Zeit folgen.

Dem Tempo im Freiwasserschwimmer könnten wohl die wenigsten Schwimmer längere Zeit folgen.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Frauen holen auf

Beim Geschlechtervergleich ergeben sich mehrere Auffälligkeiten. Zum einen zeigen die Werte, dass die Männer im Becken das Frauentempo in etwa doppelt so lange durchhalten. So entspricht die Schwimmgeschwindigkeit bei den Frauen über 50 Meter (2,08 m/s) ziemlich genau dem Tempo der Männer über 100 Meter (2,10 m/s). Ganz ähnlich sieht es über 100/200 Meter, 200/400 Meter und 800/1.500 Meter aus.

Interessant ist zudem, dass sich das Tempo von Männern und Frauen immer mehr angleicht, je länger ein Rennen dauert. So erreichte Sprinterin Pernille Blume rund 88 Prozent der Geschwindigkeit von Männer-Sieger Anthony Ervin. Über 400 Meter beträgt die Differenz dann nur noch sieben Prozent. Über 10 Kilometer schwamm Olympiasieger Ferry Weertman noch drei Prozent schneller als Siegerin Sharon van Rouwendaal. Grund dafür ist der Kraftvorteil der Männer, der auf den Kurzstrecken besonders zum Tragen kommt. Auf der Langdistanz ist dagegen Ausdauer wichtiger und die lässt sich von allen Menschen gleichermaßen trainieren.

So viel schwimmen die Männer schneller

DistanzDifferenz

50 m

12 %

100 m

11 %

200 m

9 %

400 m

7 %

1500/800 m

4 %

10 km

3 %

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