Fragezeichen beim Weltmeister

Auch über 50 Meter Brust ist Marco Koch bei den Deutschen Meisterschaften hinterhergeschwommen. Vor seinem wichtigsten Rennen mehren sich die Zweifel an der Form des Weltmeisters.

| 17. Juni 2017 | AKTUELL

Für Marco Koch läuft es noch nicht rund.

Für Marco Koch läuft es noch nicht rund.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Wollte er nicht schneller, oder konnte er nicht? Erneut hat Deutschlands bester Brustschwimmer bei der DM nicht überzeugt. Über 50 Meter ließ Marco Koch jegliche Frequenz vermissen und schlug in schwachen 29,10 Sekunden nur als Sechster seines Vorlaufs an. In der Gesamt-Ergebnisliste muss man lange suchen, bis man den Namen Koch schließlich auf Platz 18 findet. Schnellster war am Morgen Fabian Schwingenschlögl aus Nürnberg in 27,75 Sekunden.

Nun sind die 50 Meter bekanntlich nur eine Nebenstrecke des 200-Meter-Weltmeisters. Dennoch lassen die bisherigen Rennen in Berlin und Kochs Aussagen Schlimmes befürchten. Finden die Weltmeisterschaften in Budapest am Ende ohne den Titelverteidiger über 200 Meter Brust statt? Die Normen für die Titelkämpfe sind extrem hart. Koch muss morgen im Finale 2:08,20 Minuten ins Wasser bringen, um sicher dabei zu sein. Auch für den deutschen Rekordhalter (2:07,47 min) alles andere als ein Selbstläufer.

"Wie ein Bodybuilder im Wasser"

"Ich fühle mich okay, aber ich bin nicht schnell", hatte Koch nach den 100 Metern gesagt, über die er hinter Christian vom Lehn und Schwingenschlögl nur Dritter wurde. Und bereits vor den Meisterschaften zweifelte er öffentlich an seiner Form.

Der Darmstädter hat wie von Bundestrainer Henning Lambertz gefordert sein Krafttraining umgestellt und trainiert jetzt mehr Richtung Maximalkraft. "Gerade am Anfang war der Unterschied doch sehr extrem. Ich war ziemlich stark im Wasser, ich habe mich gut gefühlt, konnte aber nicht richtig schwimmen. Eher so Richtung Bodybuilder im Wasser", beschrieb Koch die Veränderung in einem Interview.