Vom Olympia-Buhmann zum Topverdiener

Seinen Start bei Olympia musste sich Vladimir Morozow erst vor Gericht erstreiten. Beim Kurzbahn-Weltcup gehört der Russe jetzt zu den großen Abräumern.

| 6. September 2016 | AKTUELL

Vladimir Morozov | Vladimir Morozov verdient sich im Weltcup eine goldene Nase.

Vladimir Morozov verdient sich im Weltcup eine goldene Nase.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Erst einen Tag vor Beginn der Olympischen Spiele erhielt Morozow zusammen mit Yulia Efimova und Nikita Lobintsev vom IOC die Starterlaubnis für die Spiele. Der 24-Jährige war kurz zuvor vorläufig gesperrt worden, weil sein Name im sogenannten McLaren-Report auftauchte, der das staatlich organisierte Dopingsystem Russlands im Auftrag der WADA dokumentierte. Demnach soll Morozow zu jenen Sportlern zählen, von denen Dopingproben spurlos verschwanden.

In Rio gehörte Morozow, der im Alter von 14 Jahren nach Kalifornien ging, deshalb zu den Buhmännern. Allerdings fiel die Kritik bei seinen Rennen deutlich weniger scharf aus als bei Yulia Efimova. Das lag wahrscheinlich daran, dass es von ihm, anders als bei der erfolgreichen Brustschwimmerin, bisher keinen positiven Dopingtest gibt. Vielleicht auch aufgrund der Umstände konnte Morozow bei Olympia sein Leistungspotenzial nicht abrufen. Als zehnfacher Medaillengewinner bei Weltmeisterschaften und Olympia-Dritter von London blieb er ohne Medaille. Über 50 und 100 Meter Freistil schied der Sprinter jeweils im Halbfinale aus, mit der russischen Lagenstaffel wurde er Vierter.

84.500 US-Dollar Preisgeld

Umso besser läuft es für den in Nowosibirsk geborenen Athleten derzeit im Weltcup, bei dem er wie Efimova ohne Einspruch der FINA teilnehmen darf. Nach neun Siegen und zwei Weltrekorden in Chartres, Berlin und Moskau führt Morozow das Gesamtranking vor Chad le Clos und Philip Heintz an. Durch Preisgelder und Prämien hat er bereits 84.500 US-Dollar und damit mehr als jeder andere Athlet auf der Tour verdient.