Ernst Bromeis gewinnt Nachhaltigkeitspreis

Als Wasserbotschafter setzt sich Ernst Bromeis für den freien Zugang von jedem Menschen zu sauberem Wasser ein. Mit spektakulären Aktionen macht der Schweizer immer wieder auf dieses Menschenrecht aufmerksam.

| 21. März 2017 | AKTUELL

Ernst Bromeis | Ernst Bromeis schwamm in einem Meer aus PET-Flaschen, Waschmittelpackungen und Plastikbechern.

Ernst Bromeis schwamm in einem Meer aus PET-Flaschen, Waschmittelpackungen und Plastikbechern.

Foto >eco.ch

Nun wurde ihm der Schweizer Nachhaltigkeitspreises prix eco.ch verliehen. Umrahmt von Leinen aus PET-Flaschen, Waschmittelpackungen und Plastikbechern zog der Extremschwimmer kürzlich im sieben Grad kalten Rhein bei Basel seine Bahnen. Die Aktion von eco.ch und Bromeis sollte verbildlichen, wie viel Mikroplastik durch den Basler Rhein fließt. Mit bloßem Auge ist es zwar nicht sichtbar, doch der Rhein ist erheblich mit Mikroplastik verschmutzt, wie Patricia Holm, Leiterin des Programms Mensch Gesellschaft Umwelt an der Universität Basel, erläuterte.

Stark belasteter Rhein

Der Rhein gehört von den über ihre Länge untersuchten großen Fließgewässern mit zu den am stärksten belasteten Strömen weltweit. „Rund 30 Kilogramm Mikroplastik, zu dem kleinste Plastikteile unter 5 Millimetern zählen, werden vom Rhein pro Tag in die Nordsee getragen“, sagte sie. Im Jahr summiert sich das auf 10 Tonnen. Diese Plastikteilchen treten als Zwischenprodukt bei der Kunststoffherstellung sowie als Granulat in Reinigungs-und Pflegeprodukten auf und entstehen bei der Zersetzung größerer Plastikteile in der Umwelt. In den Weltmeeren, wo der Plastikabfall in allen Formen und Größen als riesige Inseln treibt, werden diese Partikel von zahlreichen Organismen aufgenommen – von Protozoen bis zum Bartenwal.

Wasser, um zu leben

Laut Bromeis verbindet die Menschen und alles Leben nicht mehr als das Wasser. „Wir alle brauchen Wasser um zu leben. Die Frage ist nicht, ob wir es nutzen, sondern wie wir Wasser nutzen. In dieser Frage und deren Lösungen zeigt sich unsere ganze Verantwortung, auch in der Schweiz, ob wir das Wasser als Lebensquelle leihen oder es nur verbrauchen“, sagte der Vater von drei Kindern. 2014 hatte Bromeis in 44 Tagen den kompletten Rhein durchschwommen – 1.247 Kilometer von der Quelle bis zur Mündung in der Nordsee.