Darum klappte es für Paltrinieri nicht mit dem Weltrekord

1.400 Meter lang schwamm Gregorio Paltrinieri in einem begeisternden Rennen auf Weltrekordkurs. Warum er am Ende nicht an die Zeit von Sun Yang heranreichte, hat eine einfachen Grund.

| 30. Juli 2017 | AKTUELL

Immer locker und gut gelaunt, vor allem nach großen Siegen: Gregorio Paltrinieri.

Immer locker und gut gelaunt, vor allem nach großen Siegen: Gregorio Paltrinieri.

Foto >Fabian Fiedler / spomedis

EM 2014, WM 2015, EM 2016, Olympia 2016, WM 2017: Wenn Gregorio Paltrinieri bei Topevents über 1.500 Meter Freistil antritt, kennt seine Medaille nur eine Farbe: Gold. In Budapest verteidigte der 22-Jährige aus Capri seinen Titel von Kasan und gewann in 14:35,85 Minuten vor dem Ukrainer Mykhailo Romanchuk (14:37,14 Minuten), der dem Weltmeister überraschend lange Paroli bieten konnte. Bronze holte Australiens Schwimmstar Mack Horton in 14:47,70 Minuten.

Immer wieder zeigte der Vergleich mit dem Weltrekord von Sun Yang ein kleines Minus, was bedeutet, dass der Paltrinieri schneller unterwegs war als der Chinese bei dessen Olympiasieg 2012 in London. Noch 100 Meter vor dem Ziel lag der Italiener nur 0,7 Sekunden hinter der Durchgangszeit von Sun Yang. Dass er am Ende doch über vier Sekunden länger brauchte, lag weniger an ihm als an dem unglaublichen Endspurt des Asiaten in London. Auf dem Weg zu seinen 14:31,02 Minuten schwamm der damals die letzten 200 Meter in fast unglaublichen 1:52,02 Minuten und die letzten 100 Meter in 53,49 Sekunden.

Solche Zeiten am Ende eines 1.500-Meter-Rennens sind für Paltrinieri zur Zeit noch undenkbar. Er schwimmt stattdessen von Anfang bis Ende unglaublich konstante Splits. In Budapest rangierten seine 50-Meter-Zeiten zwischen 29,01 und 29,51 Sekunden, wenn man die Anfangs- und Schlussphase rausnimmt. Will der jetzt zweifache Weltmeister also irgendwann Sun Yangs Weltrekord attackieren, wird er schon vor den letzten 200 Metern ein ordentliches Polster brauchen.